Benützungsreglement
Dieses Reglement regelt die Benützung der Flugzeuge der Stoffel Aviation durch Dritte. Stoffel Aviation GmbH vermietet ihre Flugzeuge nur an Piloten, welche diese Flugzeuge so behandeln, wie wenn es ihre eigenen Flugzeuge wären!
  1. Die Flugzeuge sind auf den Flugplätzen St.Gallen, Zürich und Speck-Fehraltorf stationiert respektive hangariert. Sie stehen ausgewählten Mietern für private Flüge (Speck-Fehraltorf) resp. für Schulflüge (ab St.Gallen und Zürich) mit von Stoffel Aviation zugelassenen Fluglehrern zur Verfügung.

     
  2. Der Mieter muss vorgängig mit einem dazu berechtigten Fluglehrer ein Differenztraining, ein Varianttraining oder eine Vertrautmachung auf den entsprechenden Flugzeugtyp sowie eine Platzeinweisung Speck-Fehraltorf absolvieren. Hat ein Pilot die Ausbildung auf anderen, aber baugleichen Flugzeugen wie jene der Stoffel Aviation gemacht, so ist ein Vertrautmachen (Familiarization) zusammen mit der Platzeinweisung erforderlich.

     
  3. Für jeden Flug muss eine Fluganzeige aufgegeben werden. Bleibt ein Flugzeug über Nacht auswärts, so muss dies aus der Fluganzeige hervorgehen. Bei unerwarteten Auswärtsübernachtungen ist der Pilot verantwortlich dafür, dass der Flugplatzchef Speck-Fehraltorf informiert wird. (Vermeidung von Suchaktionen durch den Flugplatzchef).

     
  4. Mieter müssen sich vor jedem Flug im C-Büro über die aktuellen Betriebsbedingungen des Flugplatzes Speck-Fehraltorf informieren: Beerdigungen auf den Friedhöfen Russikon/Pfäffikon, Auflagen für den Gebrauch der Piste, Öffnungszeiten Flugplatz im Winter/Sommer usw.

     
  5. Auf den Flugzeugen von Stoffel Aviation dürfen nur Piloten fliegen, welche in den letzten 2 Monaten mindestens 3 Hartbelagslandungen auf dem entsprechenden Flugzeug absolviert haben. Diese Regelung wird ausnahmslos angewendet, und es gelten nur Landungen auf dem entsprechenden Flugzeug, das heisst nicht auf dem Typ, sondern exakt auf dem Flugzeug. Wer dieses Mindesttraining nicht aufweist, muss es vor dem nächsten Flug mit einem Stoffel Aviation Fluglehrer absolvieren.

     
  6. Für die Benützung der Flugzeuge entstehende Mietkosten werden dem Mieter von Stoffel Aviation gemäss Preisliste in Rechnung gestellt. Instruktionskosten werden von der Flugschule, über welche die Ausbildung läuft, direkt dem Mieter in Rechnung gestellt.

     
  7. Landetaxen Speck-Fehraltorf werden dem Mieter mit der Abrechnung für die Flugzeugmiete verrechnet. Landetaxen für Landungen auswärts werden vom Mieter direkt bezahlt. Für an den Flugzeughalter gestellte Rechnungen für auf Drittflugplätzen bezogene Leistungen wird eine Bearbeitungspauschale von 25sFr erhoben.

     
  8. Dieser Punkt gilt für Flüge von Mietern oder Flugschülern auf Soloflügen. Die Flugzeuge von Stoffel Aviation sind weltweit haftpflichtversichert. Die Nachweise für Länder, in denen spezielle Deckungssummen verlangt werden, sind im blauen Dokumentenordner zu finden. Die Flugzeuge sind vollkaskoversichert. Der vom Mieter im Teil- oder Totalschadenfall zu übernehmende Selbstbehalt beträgt in jedem Fall 5000sFr. Bei technischen Problemen oder im Schadenfall ist der Mieter für den Rücktransport des Flugzeuges verantwortlich. Im Schadenfall ist der Mieter oder Soloflugschüler verantwortlich für die übernahme jener Kosten, welche nicht von der Versicherung übernommen werden. Bei Schadenfällen, welche nicht auf die normale Abnützung zurückzuführen sind (Lande-, Start- und Rollunfälle, durch unsachgemässen Einsteigevorgang gebrochene Sitzlehnen usw.), wird bezüglich der für die Reparatur nötigen Bodenzeit des Flugzeuges vorgegangen, als hätte der Mieter das Flugzeug für diese Zeit reserviert. Der Mieter schuldet dem Vermieter somit für die durch den Schadenfall des Mieters verursachte Bodenzeit pro Wochentag 60sFr und pro Wochenendtag 90sFr (siehe Punkt 16/17). Diese Entschädigung für den Flugzeugausfall endet spätestens nach 3 Monaten oder mit dem Erreichen der Flugbereitschaft des Flugzeuges (Abschluss der Reparatur). Diese Entschädigung für die Bodenzeit ist auch im Totalschadenfall fällig. Sie soll den Mieter zu sorgfältigem Umgang mit den Flugzeugen (im Zweifelsfalle go-around!) anhalten und ihn im Schadenfall dazu bewegen, sich an der Organisation der Reparatur zu beteiligen, so dass das Flugzeug raschmöglichst wieder flugbereit wird. Verliert Stoffel Aviation durch einen Schadenfall den Schadenfreirabatt der Versicherung, so ist dieser vom Mieter/Soloflugschüler zu übernehmen. Beim Schadenfreirabatt handelt es sich um eine Rückzahlung von 20% der Vollkaskoprämie, wenn sich innerhalb eines Versicherungsjahres keine Schäden, welche von der Versicherung bezahlt werden mussten, ereignet haben. Dieser Schadenfreirabatt beträgt ca. 600sFr für den HB-SUV und ca. 1200sFr für den HB-SEW. Treten in einem Versicherungsjahr für ein Flugzeug mehrere Schadenfälle auf, für welche jeweils einzeln der Schadenfreirabatt entfällt, dann teilen sich die Schadenverursacher den Schadenfreirabatt zuhanden von Stoffel Aviation.

     
  9. Mit der Aussenkontrolle übernimmt der Mieter das Flugzeug. Allfällige vorgestandene Schäden müssen vor dem Flug beanstandet werden. Das Flugzeug darf nur gemäss Checkliste betrieben werden, dies gilt auch für jegliche "nur"-Rollen Vorgänge, z.B. Rollen des Flugzeuges vom Hangar zur Tankstelle o.ä. (Erfahrung aus immer wieder vorkommenden Problemen wegen vergessenem Hauptschalter).

     
  10. Bei Auswärtsstationierung/-übernachtung eines Flugzeuges ist der Mieter verantwortlich für die Verzurrung oder Hangarierung des Flugzeuges sowie die Sicherheit aller zum Flugzeug gehörenden Artikel wie GPS, Handfunkgerät, Headsets usw. Stoffel Aviation empfiehlt, diese losen Sachen nicht unbewacht im Flugzeug zu lassen. Der Mieter trägt hierfür die Verantwortung. Der Mieter muss Blache sowie Verzurrungsmaterial aus dem Kasten im Hangar mitnehmen, wenn er plant das Flugzeug auswärts übernachten zu lassen.

     
  11. Bei technischen Problemen auswärts ist mit gesundem Menschenverstand vorzugehen. Für Reparaturen müssen die Rechnungen beigebracht werden. Der Mieter ist verantwortlich, dass das Flugzeug nach allfälligen Reparaturen zurück in die Speck geflogen wird.

     
  12. Nach Nachtflügen ist jener Pilot, welcher das Flugzeug auf einem der hierfür zugelassenen Flugplätze stehen lässt, verantwortlich für den raschmöglichsten Rückflug des Flugzeuges in die Speck, welcher in der Regel am kommenden Tag stattzufinden hat. Piloten ohne gültige PPL-Lizenz und Classrating SEP(L) dürfen nicht solo ab Zürich fliegen, somit muss das Flugzeug entweder vom Flugschüler zusammen mit dem Fluglehrer oder dann vom Fluglehrer alleine (Kosten zulasten jenes Flugschülers, welcher die letzte Nachtlandung gemacht hat) überflogen werden. Allfällige Absprachen mit anderen Piloten betreffend überflug entheben den zuletzt in Zürich gelandeten Piloten nicht von der Verantwortung für den überflug in die Speck. Abstellgebühren in ZRH gehen zulasten des Flugschülers oder Piloten, welcher das Flugzeug in ZRH gelandet hat.

     
  13. In der Speck wird das Benzin über den Benzinschlüssel bezogen. Bitte nicht stecken lassen! öl kann ab Tankhäuschen bezogen werden und muss im C-Büro bar bezahlt werden. Beim Kauf von Benzin und öl auswärts muss die Literzahl auf der Quittung ersichtlich sein. Die Vergütung durch den Vermieter erfolgt zu den aktuellen Preisen für Bleifreibenzin resp. öl in der Speck.

     
  14. Die Mietpreise werden nur auf der effektiv geflogenen Flugzeit erhoben. Diese wird mit dem Flugstundenzähler gemessen. Dieser in Stunden und Minuten geeichte Zähler beginnt bei ca. 60km/h zu zählen und stellt ca. 25 Sekunden nach unterschreiten dieser Geschwindigkeit wieder ab. Sollte der Zähler defekt sein, sind die Stunden in herkömmlicher Art mit den notierten Start- und Landezeiten aufzuschreiben. Falls vorhanden, gilt in solchen Fällen der Stand des Motorenzählers.

     
  15. Das Flugreisebuch muss gemäss der Anleitung "Führung Flugreisebuch", welche sich unter "Downloads/Administration/Führung Flugreisebuch" befindet, geführt werden. Das Flugreisebuch muss lückenlos ausgefüllt werden, d.h. jeweils Start- und Landeflugplatz im Klartext (keine ICAO-Abkürzungen). Alle angeflogenen Landeplätze müssen aus dem Flugreisebuch erkennbar sein (Nachfragen des Zolls wegen allfälliger Reparaturen im Ausland). Getankte Liter Benzin sowie eingefülltes öl müssen auf der rechten Seite eingetragen werden.

     
  16. Reservation: Das Reservationssystem soll ermöglichen, dass das Flugzeug möglichst optimal genutzt wird. Das Flugzeug wird über die Reservationsfunktion über eine der Internet-Homepage www.stoffelaviation.ch, www.HB-SEW.ch oder www.HB-SUV.ch getätigt. Der Mieter erhält einen Zugangscode und kann selbständig reservieren. Die Absage von reservierten Terminen funktioniert via E-Mail über die selbe Homepage. Jede nicht realisierte Reservation muss abgesagt werden, per E-Mail und SMS an den Besitzer. Reservieren ist für den Mieter nur dann gratis, wenn er bei Flugwetter in der Speck das Flugzeug auch wirklich geflogen hat. Der Mieter hat vor der Eingabe einer Reservation seinen Flug zu planen und nur die wirklich benötigte Zeit zu reservieren. Der Eintrag "ganztags" ist nur zulässig, wenn das Flugzeug am Vortag auswärts war und erst am nächsten Tag zurückkommt. Für abgesagte Reservationen weniger als 10 Tage vor dem Reservationstermin wird eine Absagegebühr von CHF 15.- / reservierte Stunde (maximum CHF 60.- an Wochentagen, max. CHF 90.- an Wochenend- oder Feiertagen) erhoben. Für Absagen mehr als 10 Tage vor dem Reservationstermin wird eine Pauschale von CHF 10.- verrechnet. Absagen am Reservationstag trotz guter Meteo in der Speck GAFOR D oder besser) werden bei ganztägigen Reservationen (7h oder mehr Reservationsdauer) mit CHF 60.- an Wochentagen und CHF 90.- an Wochenendtagen verrechnet (siehe Mindestflugdauer Punkt 17).

     
  17. ***Mindestflugzeit bei ganztägigen Reservationen: an Wochentagen 2h, an Wochenenden und allgemeinen Feiertagen 3h. Für fehlende Flugstunden wird dem Mieter CHF 30.- / fehlende Flugstunde belastet.

     
  18. Für Auslandflüge und Flüge mit übernachtung des Flugzeuges auswärts (nicht in der Speck) wird eine Tagespauschale von CHF 8.- verrechnet. Diese deckt die Kosten für den Bottlang ab, welcher für solche Flüge zur Verfügung steht. Dieser nachgeführte Bottlang muss auf sämtlichen Auslandflügen verwendet werden. Bei Flügen mit Auswärtsübernachtung decken diese CHF 8.- einen Teil der zusätzlichen Abnutzung durch die übernachtung im Freien sowie das erhöhte Schadenrisiko ab. 

***Kommentar zu Punkt 17, Mindestflugzeit: diese Lösung dient dazu, Piloten auch Flüge mit längerem Aufenthalt am Zielort machen zu lassen.

Beispiel

Sollte das Flugzeug bei so einem Flug z.B. am Samstag in 3h an den Zielort fliegen, dort dann bis zum kommenden Freitag nicht gebraucht werden und wieder am Samstag in 3 Flugstunden zurückgeflogen werden, dann sieht die Rechnung wie folgt aus:

Reservationsdauer (exklusives Benützungsrecht des Flugzeuges für den Mieter)

8 Tage, davon 3 Wochenendtage und 5 Wochentage. Sollflugstunden 3x3h + 5x2h, d.h. 19h, geflogen effektiv
nur 6h, fehlend 13h. Das exklusive Benutzungsrecht des Flugzeuges kostet den Mieter somit 13x CHF 30.- =
CHF 390.-

Häufig reservieren Mieter das Flugzeug einen Tag länger, als sie es für ihren Trip effektiv benötigen. Ist das Flugzeug dann einen Tag zu früh zurück im Hangar und kann nicht mehr vermietet werden. Mit der oben erklärten Lösung deckt der Mieter in solchen Fällen die Kosten, welche durch die "Reservation mit Nichtgebrauch" entstehen. Diese Kosten decken nur einen Teil des verursachten Ausfalles durch die Blockierung des Flugzeuges auswärts, scheinen mir aber eine faire Lösung zu sein.

Stoffel Aviation GmbH
Martin Gautschi, Hittnau, 22. April 2008
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